Banausenalltag - Die Welpenzeit
Woche 1 (06.09. - 15.09.)
Wer bis zu dieser Seite gekommen ist, dem ist klar, dass unsere Bergbande von Indoor-Action auf Outdoor-Action umgestellt hat. Nachdem wir das Wunder der Geburt gleich 10-fach erleben durften, ist hier eigentlich von Tag 1 an auch echt Action angesagt. Laut Lehrbuch pendelt der Welpe in der ersten Lebenswoche mit dem Kopf und Oberkörper hin und her, um sich kriechend zur angesagten Milchquelle zu begeben. Das haben Unsere natürlich auch gemacht - aber maximal bis Ende Tag 2. Danach ging es schon los mit kräftigen Strampelbewegungen aus der Hinterhand und aus kriechen wurde ganz schnell koordiniertes Robben. Natürlich immer unter Absingen sämtlicher Quietsch- und Quackgeräusche, die ein so kleiner Hovi schon in erstaunlich lauter Tonlage von sich geben kann. Weiterhin waren auch Ende des 2. Tages alle getrockneten Nabelreste abgefallen, so dass nun nichts mehr an die Indoorzeit erinnert.
Und so werden wir dann auch bereits an Tag 4 Zeuge, wie Arras vor dem 10cm hohen Boxeneinstieg keinesfalls Halt macht, sondern schon mit Kopf und Oberkörper auf dem Weg in die Freiheit ist. Das findet jetzt sogar Lotte komisch und pflückt sich ihren Sohn gekonnt an der Kante ab. Arras hatte nicht damit gerechnet, dass sein Vorhaben vereitelt wird und schreit wie am Spieß los. Daraufhin geht Lotte mit ihm in der Schnute ins nahegelegene Kudde-Bett und er darf sich dort den Beruhigungsschluck gönnen. Ich kann die Beiden dann zum Glück nach einiger Zeit überzeugen, dass es doch besser ist, noch ein wenig in der Wurfkiste zu "wohnen". Lotte nutzt den nächsten unbeobachteten Moment, schnappt sich gekonnt den kleinen Asmus und huscht mit ihm zu ihrem Lieblingsplatz - auf die Couch. Auch Asmus weiß nicht so recht wie ihm geschieht und pinkelt vor Schreck erst einmal auf den Wohnzimmerteppich. Wir erahnen langsam, wie es wohl sein könnte, wenn die Bergbande laufen kann 😂.
Ebenso fangen wir ab Tag 4 mit dem sogenannten Super-Dog-Programm an. Nicht dass wir sowieso schon Super-Dogs hätten, aber schaden kann es ja nicht. Das ist ein Programm zur neuronalen Frühstimulation von Welpen, was die spätere Stressresistenz der Hunde fördert. Wir sind allerdings nicht wirklich sicher, ob wir bei unserer Bande noch etwas stimulieren müssen. In diesen Übungen wird der Welpe in verschiedenen Lagen gehalten, an den Pfötchen gekitzelt und zuletzt auf ein nasses, kaltes Handtuch gesetzt. Die Bergbande absolviert das Programm nun täglich bis zum 16. Lebenstag - mal mit mehr, mal mit weniger Begeisterung. Manchmal wird es verschlafen, manchmal lautstark kommentiert oder auch einfach gelassen ignoriert 😎.
Und dann ist da noch die Sache mit den kleinen Fakirkrallen und Lottes Gesäuge. Als ich an Tag 5 Anjo auf meinem kurz-behosten Bein sitzen habe und er anderes im Sinn hat, bohrt er mir seine Vorderpfoten samt Nadelspitzen ins Knie. Als ich ihn hochnehme und sehe, welche Schramme er mir hier schon zugefügt hat, weiß ich, dass es jetzt schon Zeit für den Nagelklipser ist. Wir wollen doch Lotte sehr gerne davor bewahren, in ein paar Tagen mit einem verschrammten Unterboden rumzulaufen. Also nicht lange gezögert, sondern einfach mal geknipst. Wer jetzt lacht, hat Recht. "Einfach mal" war das natürlich nicht zu machen, da sich Jeder Einzelne - bis auf unseren Sonnenschein Ailo - nach Leibeskräften gewehrt hat. Da wurde alles mobilisiert, was die Muttermilch in den letzten Stunden angelegt hatte. Also mussten wir immer wieder Zwangspausen einlegen, um nicht einen völlig verknoteten Welpen auf dem Schoss zu haben. Die Arbeitsteilung war klar - die Chefin hat genkipst und der Chef hat getröstet 🤓. Nach einer knappen Stunde hatten wir auch dieses Programm erledigt. Lottes Gesäuge wird zudem nun 2x täglich mit einer schönen, fettigen Calendula-Wundsalbe versorgt. Das führt dann im Anschluss bei der Bergbande zu einer hübschen Gel-Frise, die natürlich perfekt sitzt!
Donnerstag war unsere Zuchtwartin das erste Mal bei uns. Bei einer Erstbegutachtung eines Wurfes, wird im Wesentlichen geschaut, ob alles dort ist, wo es hingehört und wie der Allgemeinzustand der Welpen und der Mutterhündin ist. Zudem wird bei den Welpen die Rute abgetastet, der Nabel kontrolliert und Gewichte dokumentiert. Unsere schwarzmarkenen Damen und Herren mussten sich noch der Markenkontrolle unterziehen und bei den Blondies wurde der Blondton angeschaut. Lotte war sehr entspannt und hat sich in der Nähe abgelegt und zugeschaut. Und natürlich musste sie hin und wieder aufstehen, damit sie auch Streicheleinheiten abgreifen konnte - sie hat es doch so nötig, wo wir ja so sparsam damit sind 😂. Fazit der Zuchtwartin: ein sehr schöner, gelungener Wurf und alles so wie man es sich wünscht. Wir freuen uns sehr!
Unsere Lotte hat sich nach der Geburt sehr schnell als eine überaus fürsorgliche Mutter für die Bergbande entpuppt. Nachdem sie in den ersten beiden Tagen bei jedem kleinsten Geräusch in die Wurfkiste gestürmt ist - und Welpen machen wirklich oft und sehr viele kleine Geräusche - hatte sie an Tag drei den Bogen raus. Bei normalem Gezwitscher und Gequake reicht nun ein Blick über den Rand der Box, um festzustellen ob es ernst ist oder nur allgemeine Beschwerdeführung. Mussten wir die ersten beide Tage nach der Geburt noch Rotkäppchen-like mit Welpen im Wäschekorb im Garten laufen, damit die Hundemutti mal vor die Tür folgt, geht auch das seit Tag drei ohne Begleitkörbchen.
Insgesamt erholt Lotte sich sehr gut und schnell von den Strapazen und fordert nun auch schon wieder das Spiel mit Kong-Stick und Ball ein. Und natürlich nimmt sie auch wieder ihren absolut favorisierten Schlafplatz unter dem Esstisch ein. Die Welpen sind in Hörnähe und bei Bedarf schnell erreicht. Sie nutzt diese Auszeiten für erholsamen, tiefen Schlaf, der, wie bei den Welpen auch, manchmal sehr geräuschvoll untermalt wird. Und wir sitzen in der Mitte des Geschehens und grinsen um die Wette.
Wer unsere Wochenberichte in der Trächtigkeit verfolgt hat, der erinnert sich bestimmt an den Satz der Tierärztin: "Der Hund ist immer noch recht schmal - sie müssen mehr füttern"! Dies erschien uns ja damals bei einem Kampfgewicht von knapp 41kg kurz vor der Geburt, doch etwas gewagt. Nun müssen wir feststellen: Sie hatte Recht. Lotte wog kurz nach der Geburt nur 1kg mehr als ihr Ausgangsgewicht vor der Trächtigkeit. Und seit die Milchbildung richtig in Gang gekommen ist, können wir praktisch zuschauen, wie das was wir rein füttern, verbrannt bzw. umgewandelt wird. Lotte bekommt momentan 4-5 große Futterportionen. Nun und wo viel rein...da viel - na ihr wisst schon 😎!







