BANAUSEN - Die Tragezeit
Hier gibt es regelmäßig Neuigkeiten über die nun vor uns liegenden 9 Wochen Tragezeit. Wir haben uns bei unserem B-Wurf für den Arbeitstitel "Banausen" entschieden. Das passt sehr gut zu heranwachsenden, lebhaften Hovawartpersönlichkeiten 😎!
Woche 2 nach Bernard (Tag 11 bis 17)
Wir sind nun in Woche 2 endgültig im Urlaubsmodus angekommen. Die Sonne scheint, das Meer rauscht, der Sand klebt im Fell und an den Fußsohlen und das Essen schmeckt. Nach ausgedehnter Nachtruhe, die die Hoviline ob ihrer vermuteten und von ihr zelebrierten Umstände bei uns im Schlafgemach verbringen darf, geht es nach dem Frühstück meist an einen der nah gelegenen, weiten Strände. Während Asmus den Bewegungsschalter unmittelbar auf "ON" umlegt, überlegt sich Lotte erstmal, wie sie wohl an ihr Bällchen kommen kann, ohne dafür rennen zu müssen 😇. Sie tänzelt vor uns hin und her und versucht durch Schnauzen-Hand-Stupser die Ausgabe des geliebten Chuck-it direkt ins Maul zu erreichen.
Ja nun - leider nein - leider gar nicht. Wenigstens beim ersten Wurf der Bälle muss auch sie ihren Plüschpo in Wallung versetzen und dem Ball hinterher rennen. Tut sie dann auch. Und wenn der Ball dann einmal in ihrem Maul "Platz genommen hat" verbleibt er dort meist für den restlichen Spaziergang. Asmus bringt sein Bällchen immer freudig zum Schleuder-Träger zurück und fordert erneutes Werfen ein. Während er im Vollgas-Modus über den Strand pest, trabt das Löttchen in leicht federndem Gang, Rute hoch erhoben, hinter ihm her. Sie legt sicherlich die gleichen Kilometer am Strand zurück wie ihr Sohn, aber eben in angepasstem Tempo. Schon faszinierend, wie sie ganz von selbst genau das tut, was gut für sie ist.
Und auch unser Asmus verhält sich ihr gegenüber angepasst. Wo noch vor wenigen Wochen gerempelt und gerauft wurde, ist er heute vorsichtig und nimmt eher eine Beschützerrolle ein. Gut, das ist natürlich für so ein Pubertier wie er es gerade ist, auch ein Höhenflug. ER - der große Meister und Beschützer. Man sieht förmlich wie ihn dieses stolze Strahlen umgibt 😅.
Offenkundig umgibt Lotte derzeit noch eine weit ausstrahlende Geruchs-Aura. Wir können fast sicher sein, dass bei unseren Ausflügen weitere vierbeinige Fellträger unser Rudel erweitern möchten. Die zugehörigen Menschen sind meist, wie auch schon in der Trächtigkeit unseres A-Wurfes, klein, sehr klein oder überhaupt nicht zu sehen. Lotte darf diese ungebetenen Gäste momentan weder bewirten noch rausschmeißen. Das obliegt allein Asmus oder dem zweibeinigen Thekenpersonal. Bislang haben deutliche Worte der Zweibeiner oder eindeutige Blicke des Vierbeiners aber immer ausgereicht, dass wir die Tanzfläche wieder für uns hatten. Fazit: mit Hovawart(en) wird deine Kommunikation klarer 😎.
Nachmittags gibt es dann meist zur Auslastung der ebenso wichtigen mentalen Ebene noch ein wenig Futtersuchspiele oder kleinere Trainingseinheiten. Die Hoviline ist schließlich nicht krank, sondern bestenfalls trächtig. Und wenn ich sehe, wie sehr Lotte sich freut, wenn ich die Trainingsweste anziehe, dann weiß ich - alles genau richtig so.


Für unsere Banausen oder die, die es demnächst werden wollen, stand in dieser Woche nicht Faulenzen sondern eher Exkursion auf dem Programm. Nach ihrem langen Aufenthalt im Eileiter und der anschließenden langen Wanderung in die Gebärmutter, haben die Banausen einen kurzen Moment der Schwerelosigkeit. Wie kleine Raumfahrer schwimmen sie frei in der Gebärmutter und bereiten sich auf den großen Moment vor - das Andocken ⚓️.
Lotte hat, wie natürlich alle anderen Hunde auch, eine Y-förmige Gebärmutter - in der Fachsprache also 2 Gebärmutterhörner, die viel Raum zum Andocken bieten.
Nach dem großen Freischwimmen verteilen sich die Zellhäufchen dann gleichmäßig auf die beiden Hörner und suchen sich ihre Ankerplätze. Erste zarte Bande werden mit der mütterlichen Schleimhaut geknüpft, bevor dann nach 24-36 Stunden eine feste Verbindung zwischen Mutter und werdendem Embryo entstanden ist.
Mit Reisen ist es dann diese Woche für die Banausen nun erst einmal zu Ende. Jetzt heißt es nach dem erfolgreichen Ankern für die nächste Woche: volle Kraft auf Expansion. Und es wird sich Einiges tun...🥰

Woche 1 nach Bernard (Tag 1 bis 10)
Nachdem unsere Tschechien-Mission so erfolgreich war und wir eine sehr entspannte Rückfahrt hatten, die Lotte zufrieden verschlafen hat, folgten noch ein paar Tage Alltag in Bochum. Bei den Zweibeinern stand die Vorbereitung der nun anstehenden Normandie-Auszeit im Vordergrund, während die Vierbeiner - zunächst noch getrennt - entweder schlafen (Lotte) oder Unfug (Asmus) unterm Pony hatten.
Lotte stand den angebotenen Spaziergängen zwar grundsätzlich positiv gegenüber, aber nur solange die Keksversorgung entsprechend gewährleistet war. Unsere normale Morgenrunde versuchte sie dann unterwegs zu verkürzen, indem sie an einer Weggabelung einfach sitzen blieb. So nicht Fräulein, dachte Frauchen und ging zügig weiter. Fräulein blieb jedoch sitzen...und sitzen...und immer noch sitzen. Also aus Trächtigkeitswoche 7 oder 8 kannte ich dieses Verhalten meiner Hoviline - aber an Tag 4 🫣. Nachdem der Abstand zwischen uns mittlerweile so groß geworden war, dass Lotte für mich auf Dackelgröße geschrumpft war, setzte sie sich laaaangsam in Bewegung. Als sie nach einer gefühlten Ewigkeit bei mir ankam, verlangte sie für den überaus weiten Weg aber nun auch ordentlich Belohnung. Das wird lustig die nächsten Wochen 😎.
Am Dienstag stand dann noch einmal eine Inspektion durch unsere Tierärztin sowie die Herpesimpfung auf dem Programm. Lotte gab wieder einmal die Diva und versuchte schnell ins nahe gelegene Waldgebiet abzubiegen. Da konnte sie plötzlich wunderbar schnell laufen! An Überzeugungskraft mangelt es aber nun weder mir noch der Tierärztin, so dass die Hoviline dann doch in der Praxis untersucht und geimpft werden konnte. Alles in bester Ordnung und so wie es sein soll - der Urlaub kann kommen!
Nachdem Lottes Läufigkeitsblutung mittlerweile fast vollständig abgeklungen war, stand der Wiedervereinigung mit ihrem Sohn Asmus nichts mehr im Weg. Asmus konnte sein Glück kaum fassen und hat natürlich doch mal probiert, ob "Mann" bei der Mama noch etwas reißen kann. Jo, konnte er - gab einmal einen ordentlichen Satz "heiße Öhrchen", so dass er der Jungrüde schnell verstanden hat, dass hier nix mehr zu holen ist. Seitdem sind unsere zwei Vierbeiner wieder ein Herz und ein Geöle. Entspannte Hunde = entspannte Menschen oder andersherum oder wie auch immer. Wichtig jedenfalls für uns Alle: Rudel wieder vereint und beste Brutbedingungen für Lotte 🥰.
Am Mittwoch ging es dann sehr entspannt in die Normandie, wo wir nun die nächsten 3 Wochen zusammen genießen. Lotte & Asmus lieben die ausgedehnten Strandspaziergänge und Lotte gönnt sich davor und danach immer viel Ruhezeit. TOP-Bedingungen für kleine Banausen ❤️!


In den ersten 10 Tagen nach einem Deckakt passiert für die Außenwelt sichtbar natürlich nicht viel. Aber intern geht schon ordentlich die Post ab oder besser gesagt die Zellteilung los. Die Samenzellen treffen in den ersten beiden Tagen auf die Eizellen und nur die mit dem passenden Schlüssel, der sich Proteinmischung nennt, schaffen es die jeweilige Eihülle zu durchdringen. Ist das erfolgreich, verändert sich die Außenhülle sofort und wird für weitere Samenzellen undurchdringbar. Die Befruchtung ist erfolgt und die Grundlage für den genetischen Code des zukünftigen Welpen geschaffen. Und dann beginnt in rasendem Tempo die Zellteilung, wobei die einzelnen Zellen "programmiert" werden und der Bauplan Hund bestimmt wird.
Am heutigen 10. Tag haben die Zellhäufchen dann auch schon einen speziellen Namen - natürlich neben dem ultimativen Namen Banausen 😅: als so genannte Blastozysten (= erste embryonale Zellstrukturen) reisen sie nun in den nächsten Tagen vom Eileiter in die Gebärmutter. Bleibt also neugierig auf den nächsten Reisebericht unserer Banausen 💌.

Und dann gibt es zu späteren Vergleichs- und Kontrollzwecken schon einmal die Ausgangsmaße sowie das aktuelle Gewicht unserer Hoviline. Mal sehen, was hier so die nächsten 8 Wochen passiert 🥳...






